Archive für November 2008

Winterwunderland oder Kinder im Schnee

2008_1121schneevergnugenteil20030.jpg

Nun hats hier aber wirklich richtig Schnee! Und gestern Abend hat es uns das erste Mal in den Schnee hinaus getrieben. Immerhin wussten wir nicht wie sich das Wetter hier so entwickelt und wir wollten ja ein wenig Spaß haben. Nachdem das Auto versagt hat auf dem Weg zum Varden hoch mussten wir halt einen kleinen Hang nehmen, aber auch das hat schon ne Menge Spaß gebracht, aber da ahnten wir noch nicht was wir heute tun würden.

Also gestern hatte es schon ein wenig Schnee aber dank Frau Holle hat es heute halt ein wenig mehr Schnee, und erstmal was zu den Straßenverhältnissen, also so von wegen streuen oder räumen… eher nicht habe keine einzige Straße gesehen die mal nen Schneepflug gesehen hat. Aber ich glaube die Norweger sinds halt doch gewöhnt im Schnee zu fahren.

Heute morgen haben wir dann wieder die Fahrt ins ungewisse angetreten und dank der Jungs haben wir es auch höher geschafft. Mein erstes Ziel hab ich übrigens geschafft…. ich hab nen Schneeengel gemacht und der sah nicht mal schlecht aus. Zurück haben wir den Weg dann mit diesen wunderbaren Plastiksitzschalen zum Rodeln zurückgelegt (keine Ahnung wie die Dinger eigentlich heißen). Ziemlich witzig und dank dem Pulverschnee hat auch der ein oder andere Überschlag mit den Dingern nicht weh getan. Tja aber das war ja irgendwie noch Niveau von gestern…

Bis wir an die Skisprungschanze gekommen sind… ja genau die Skischanze… Auf die Schanze gings zwar nicht aber der Abhang danach hat es auch in sich und hat vor allem so ne komische grüne doch recht rutschige Matte wo diese Plastiksitze mal so richtig abgehen. Also so was wünsch ich mir daheim! Und dank dem Schnee der sich unten als Wall aufhäuft wird man auch ganz sacht gestoppt. Naja sacht halt in dem Sinne das es nicht weh tut. Überschlagen hab ich mich trotzdem.

Nach der Aktion waren wir dann doch alle ein wenig fertig und ich war nass… immerhin war ich die einzige die keine tolle Skihose hatte… wäre jetzt wohl ein guter Grund zum shoppen gehen… mal schauen. Also auf jeden Fall wars super witzig und ich hoffe das wir noch die ein oder andere Stunde im Schnee verbringen können.

Liebe Grüße aus dem nun hoffentlich endgültig weißen Molde!

Minikreuzfahrt und Wahrscheinlichkeitsrechnung

Okay ich weiss diesmal bin ich echt spät dran mit meiner Berichterstattung, aber dafür gibt es auch was ziemlich aufregendes zu erzählen, aber dazu wie immer alles der Reihe nach!

Um meine Tradition fortzuführen musste ich dieses Jahr ja noch auf ein Schiff kommen. Okay ich war schon für acht Stunden auf einem Schiffchen der Hurtigrute aber hab ja noch nicht an Bord geschlafen, das habe ich nun endlich nachgeholt, denn für meinen Trip nach Bergen hab ich ja extra Besuch einfliegen lassen, und da Michael ja schonmal mit mir die Weltmeere bereist hat lag es ja auf der Hand das wir mit dem Schiff nach Bergen fahren. Okay die Kabine war ja ganz nett aber für das nächste Mal sollte ich noch mindestens 50 Jahre warten um das Durchschnittsalter nicht so zu drücken und um die Motorengeräusche nicht mehr so wahrnehmen zu müssen bzw. mir ne teurere (und damit wahrscheinlich auch leisere) Kabine leisten können.

Nach unserer Ankunft haben wir ein wenig Bergen unsicher gemacht und dieses süße Städtchen mal genauer unter die Lupe genommen. Den alten Stadtteil Bryggen gesehen und auch den Aussichtspunkt mit der Seilbahn erklommen. Kaum oben angekommen hat es dann auch angefangen zu Regnen, aber was will man von der Regenhauptstadt anderes erwarten und immerhin ist die Wahrscheinlichkeit doch recht gering einen trockenen Tag in Bergen zu erwischen bei 275 garantierten Regentagen im Jahr. Aber da wir sowas ja schon geahnt hatten haben wir natürlich auch Klamotten gegen Regen dabei.

Nach einem schönen Abend in unserer Residenz neben dem Bahnhof und einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns bei Regen zur Fantoft Stabkirche aufgemacht. Okay ehrlich gesagt habe ich sie mir größer vorgestellt aber was solls ich war da und das kann mir ja nun keiner nehmen. Ich kann behaupten sie gesehen zu haben. Nach weiterem Bummel durch die Stadt und gemütlicher Kaffeklatschrunde gings zur Rückreise zum Flughafen.

Tja und jetzt fragt ihr Euch der Trip ist doch schon so gut wie rum, was soll denn jetzt noch passieren, tja wir dachten auch nichts schlimmes als wir in den Flieger stiegen, okay Michael sagt im Nachhinein er hätte ein ungutes Gefühl gehabt als er die Maschine gesehen hat aber wer konnte ahnen dass uns gleich der Blitz beim Start trifft. Ja genau in die Maschine ist der Blitz eingeschlagen und mein erster Spruch weil ich es auch noch gesehen habe war natürlich, sag mir jetzt bitte dass das kein Blitz war… tja nach ner halben Stunde in der Luft haben wir dann auf SAS Anweisungen umkehren müssen, und wenn ich ehrlich bin hab ich das erste Mal ein wenig unentspannt im Flieger gesessen, aber da ihr das hier ja nun lesen könnt wisst ihr ja das nichts weiter schlimmes passiert ist. Nachdem wir wieder in Bergen gelandet waren und die Maschiene gewechselt haben lief auch alles glatt und wir sind ohne weitere Komplikationen nach Molde gekommen.

Tja wieder ein aufregender Ausflug und nun meine Frage an Euch wie wahrscheinlich ist es eigentlich das es ausgerechnet das Flugzeug trifft in dem ich sitze? Wer ne Antwort hat kann sich ja bei mir melden.

So nun noch ein wenig was zum neidisch werden hier schneits und auch hier wirds interessant mit dem Busfahren. Die Busfahrer neigen nämlich zum Kamikazefahren mit Passagieren. Aber solange ich nichts von Unfällen höre werde ich mich weiter in mein Schicksal begeben und hoffen das die wissen was sie tun.

In diesem Sinne wünsche ich Euch noch ne schöne Woche aus dem winterlichen Molde

Der Bus des Grauens - warum man an Halloween besser nicht den Nachtbus nimmt

Könige unter sich

Vor einem wunderschönen Aufenthalt in der größten Stadt Norwegens, was mit knapp einer halben Million Einwohner ja doch eher bescheiden ist für deutsche Verhältnisse, stand ein Trip des Grauens. Okay keiner hat mich dazu gezwungen den Nachtbus nach Oslo zu nehmen, aber es war halt das Günstigste und so langsam geht die Zeit hier ja zu Ende und damit wohl oder übel auch das Geld… Aber wer setzt sich schon am 31.10. um 22 Uhr in den Nachtbus, wenn überall auf den Straßen schräge Gestalten rum laufen? Ja genau ich! Ich konnte ja zwei Wochen vorher nicht ahnen, dass es ausgerechnet an diesem Wochenende auch glatt sein würde, und ich auf den Busfahrer und die allgemeine Winterreifenpflicht ab 01.11. zählen muss, damit ich auch unbeschadet dort ankomme wo ich hinwill. Aber wie ihr ja nun lesen könnt ist nichts weiter passiert.

Also so generell sind die Langstreckenbusse echt komfortabel, viel Beinfreiheit, Radio und eigenes Licht, aber wenn man nicht richtig müde ist und der Bus gerammelt voll ist, fällt einem das Einschlafen doch recht schwer und so habe ich wenns hoch kommt auf der Hintour vielleicht anderthalb Stunden geschlafen. Morgens um halb sieben waren wir dann in Oslo. Es war saukalt, früh und ins Hostel konnten wir erst ab 15 Uhr…

Erste Maßnahme… Frühstücken, denn immerhin war ich so schlau und hab mir wenigstens ein paar Brote mitgenommen, denn nicht mal MC hatte um die Uhrzeit offen. Und danach ein wunderschöner Morgenspaziergang durch das noch schlafende Oslo. Aber so mussten wir wenigstens uns nirgends durchkämpfen und auch die Fotos zeigen nur das gewollte und nicht irgendwelche Passanten.

Das erste Highlight war die Führung durch das Parlament, kostet nix und man kann sich gleichzeitig auch wieder aufwärmen ;-) echt interessant da es hier doch ein wenig anders aufgebaut ist als bei uns, hier sitzten die Politiker nämlich nicht nach Parteien getrennt sondern nach Fylken (das sind hier die Bundesländer wenn man so will) sortiert.

 Durch unsere doch recht anstrengende Nacht waren wir auch pünktlich zum frühest möglichen Check-In Zeitpunkt im Hostel. Dort haben wir erstmal ne Runde entspannt. Und da wir so tot waren haben wir  das Abendprogramm dann mal wegfallen lassen und das Nachtleben Oslos nicht ausgetestet.

Am nächsten Morgen gings dann ausgeschlafen wieder in die Stadt. Unser erster Anlaufpunkt die Oper. Meines Erachtens kann die locker mit Sydney mithalten, ist halt nur ein wenig kälter. Weiteres Tagesprogramm war dann ein wenig Sightseeing, zum ersten Mal in meinem Leben hab ich Soldaten beim Exerzieren gesehen. Echt witzig…. mir wär das zu doof irgendwelche einstudierten Übungen vor Leuten zu machen.

Unsere letzte Anlaufstelle war wieder mal was zum Aufwärmen. Die Nationalgallerie. Da musste ich ja nun mal rein um wenigstens von mir behaupten zu können, ja ich habe den Schrei von Edvard Munch schon gesehen. Vielleicht ein kleiner Schwank über dieses Bild. Das Bild ist zweimal geklaut worden, einmal am Eröffnungstag der Olympischen Spiele in Lillehamer und dann nochmal ca. 2 Jahre später. Das erste mal wurde das Bild zurückgegeben denn die “Diebe” wollten nur auf die schlechten Sicherheitsvorkehrungen aufmerksam machen. Das zweite Mal wurde das Bild nicht zurückgegeben und ist bis heute auch noch nicht wieder aufgetaucht. Tja und jetzt Eure Frage und wie soll sie dann bitte das Bild gesehen haben? Ganz einfach. Munch hat 4 Bilder gemalt und 3 sind noch im Besitz der Nationalgallerie. So einfach ist das und das vierte Bild hängt bei irgendnem Bekloppten an der Wand und der kann sich jetzt was drauf einbilden.

Nach diesem wärmenden Aufenthalt haben wir dann nur noch die restliche Zeit mit Essen überbrücken müssen, bis der Bus wieder zurück nach Molde ging. Montag Morgen um halb Acht waren wir dann wieder in unserem wunderschönen Molde angekommen. Passend zur nächsten Vorlesung.

|